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Hallo, GoToSocial!

Der 02. August war für meine mittlerweile fünfjährigen Fediverse-Historie schon eine kleine Revolution - und auch eine Art von Zäsur.

Seit Tag 1 war ich mit und auf Mastodon unterwegs, dem wohl berühmtesten Microblogging-Service aus der Reihe kompatibler Dienste. Erst auf anderen Instanzen, seit Jahren (und oft unter wechselnden Namen) auf meinen eigenen. Wie es dann mit dem eigenen Basteltrieb so ist, ist aber bekanntlich nichts so stetig wie der Wandel - und so bin ich, sicherlich inspiriert durch die wunderbare Ruhe im südlichen Schweden, nach einem Tag nachdenken auf meine erste offizielle GoToSocial-Instanz umgezogen.

gotosocial

Ja, Mastodon ist ein Brett - und eine absolut stabile, skalierbare Plattform, die mich technisch nie im Stich gelassen hatte. Immer wieder kamen aber die Überlegungen auf, ob diese eierlegende Wollmilchsau in der Form für eine Ein-Nutzer-Instanz nicht zu viel des Guten ist. Über die Jahre habe ich immer mal wieder den Blick auf andere Lösungen - hallo Misskey, Calckey und Sharkey! - geworfen. Auch ein sehr kurzer Ausflug in Richtung Firefish war mal dabei - eben ein neuer Misskey-Fork, dessen kometenhafter Aufstieg nach kurzer Zeit nur noch durch einen ähnlichen Abstieg getoppt wurde, weil der Entwickler keine Lust mehr hatte. Also blieb es bei Mastodon und eigentlich war alles gut, dann poppten plötzlich immer mehr Instanzen auf, die auf GoToSocial liefen.

Das Ding ist in Golang geschrieben und per se als leichter, anpassbarer und Security-fokussierter Ansatz beschrieben, das Fediverse zu erkunden. Das Deployment kann aufgrund der geringen Systemanforderungen (1 GB RAM reicht aus, bei kleineren Instanzen reicht auch durchaus die Hälfte) auch auf einem Raspberry Pi geschehen und entweder klassisch oder per Docker geschehen. Gesagt, getan - mal wieder ein neuer Domänenname (hallo, runespaces.com!), ein manuelles Backup durchgeführt, den Docker-Stack erstellt, gestartet, den ersten Nutzer angelegt und fertig war die Instanz. Was GoToSocial per se (und bewusst) fehlt, ist ein klassischer Webclient - hier verweist man eben auf die Horde der Client-Apps unter den verschiedenen Systemen, in meinem Fall funktionierten Ivory unter macOS und iOS als auch Tuba unter Linux out-of-the-box mit der frischen GoToSocial-Instanz.

gotosocial_clients

Dann ging es an die Migration von Mastodon, die (eben wie bei anderen Fediverse-Plattformen auch) die Follower migrierte, bei GoToSocial aufgrund des standardmässigen Rate Limiters aber irgendwann einmal vor den sprichwörtlichen Hammer lief. Aber auch das war gut dokumentiert und die paar Follower, die es bisher noch nicht rübergeschafft haben, sind dann aufgrund der 30-Tage-Beschränkung zwischen den Profilmigrationen seitens Mastodon Anfang September noch einmal dran. Accounts, denen ich folgte und Domain-Blocks, die ich bei Mastodon exportiert habe, konnte ich direkt sauber und anstandslos auf der neuen GoToSocial-Instanz importieren. Was für mich neu war - es gibt auch eine Chance, die eigenen Posts (ohne Likes & Reboosts) auch aus Mastodon heraus über ein Tool namens Slurp zu GoToSocial umzuziehen. Sehr gut dokumentiert war das hier, so dass ich am Ende mehr mitnehmen konnte als bei historischen Mastodon-zu-Mastodon-Migrationen in der Vergangenheit.

Bald ist somit der erste Monat mit GoToSocial rum und rückblickend auf diese doch recht spontane Migration muss ich sagen, dass ich - Stand jetzt - nichts vermisse. Okay, die Optik der Profilseiten ist weniger aufpoliert als beim „großen Bruder“, aber da man eh externe Clients nutzt, ist das nur ein optisches Makel - und dank CSS kann man sich seine Profilseite eben designen, wie man möchte: In meinem Fall komme ich also von der Mastodon-Optik nicht ganz weg, aber ich habe eben auch kein Auge für’s Design oder Farben - das ist nicht meins. Fehlt mir aktuell etwas? Nicht wirklich. Gibt es Brüche bei ActivityPub-Standards, Probleme mit anderen Instanzen? Nein? Ist das Ding schlank und ressourcenschonend? Definitiv!

gotosocial_instance

Ich kenne meinen Spieltrieb und möchte nicht ausschließen, mir das kommende Mastodon 5.0 wieder zu Gemüte zu führen, aber Stand heute war dieser (doch recht spontane) Wechsel auf eine deutlich schlankere Lösung zumindest für meinen eigenen Personal Use Case definitiv kein Fehler. Die einzige Einschränkung ist der fehlende Web-Client, den ich aber auch bei Mastodon zugegebenermaßen nie genutzt habe - als ist das an sich Jammern auf hohem Niveau. GoToSocial war ein spontanes Experiment, was mich positiv überrascht hat und was zum jetzigen Zeitpunkt gute Chancen haben wird, mich weiter zu begleiten, weil ich selbst hier nicht mehr brauche. Ob nun nativ auf einem Raspberry Pi oder auf einer sehr schlanken VM in heimischen Homelab via Docker gehostet - GoToSocial ist schnell ausgerollt, beschränkt sich auf das wesentliche und bringt keinen Ballast mit: Mal was anderes in der heutigen Zeit!

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Ach ja, und wer mir dort folgen mag, findet mich unter https://runespaces.com/@hrafnagud und ist natürlich jederzeit herzlich willkommen!

ActivityPub, Fediverse, SocialNetwork

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